Onlinemarketing für Start-ups

Onlinemarketing für Start-ups

Als Start-up will eine eigene Idee auf den Markt gebracht werden. Der Onlinemarkt bietet dazu eine spannende Ausgangssituation mit enormen Potenzialen zur Verbreitung der eigenen Bekanntheit und zur Generierung neuer Kunden- und anderer Geschäftsbeziehungen - regional bis international. Wer die Regeln der digitalen Infrastruktur kennt und anwendet ist schnell Teil eines genialen Netzwerkes wertvollster Ressourcen.

Findige Suchmaschinen, wie der globale Marktführer Google bringen die eigene Webpräsenz in den Fokus, der mehr oder weniger schlüssigen Zielgruppe. Marktplätze wie Amazon, die langfristig ein starkes Image als zuverlässige Einkaufsplattform beim Endverbraucher aufgebaut haben, bieten Platz, mit der eigenen Produktpalette an den Start zu gehen. Und nicht zuletzt die Kanäle der Social Media entpuppen sich als florierende Hotspots für eine effektive Kundenbindung. Für die entspannte Portion Unabhängigkeit bietet sich on Top ein effektives Contentmarketing im eigenen Blog oder die (Re-) Aktivierung bestehender bzw. neuer Kunden per E-Mail-Marketing. Und da sind wir noch längst nicht beim Ende der Fahnenstange angelangt.

Die Möglichkeiten in Sachen Onlinemarketing sind also vielfältig. Doch wie starte ich am besten von 0 an? Wie organisiere ich mich als Start-up für eine effektive Vermarktung im Internet? Was sollte ich beachten? Und wie sorge ich dafür, dass mein Start auch wirklich "up in the air" durch die Decke geht?
Wir haben im Zuge unseres Vortrags "Onlinemarketing für Start-ups " für die „start-up friday“-Reihe des Zentrums für Entrepreneurship der CAU Kiel ein wenig das Web durchforstet und wollen unsere gesammelten Infos dem Web2.0-Sinn gemäß in diesem Beitrag mit Ihnen teilen.

 

1. Zieldefinitionen im Onlinemarketing

Bevor die Strategie geplant werden kann, machen Sie sich Ihre Ziele bewusst. Wer ziellos durch die Gegend eiert, verbrät vor allem viel Energie und Ressourcen. Gerade im Onlinemarketing verlocken die vielen Möglichkeiten dazu, viele Baustellen zu öffnen und im Worst Case keine davon richtig zu bearbeiten, weil irgendwann mindestens Zeit und Geld fehlen. Denn auch wenn die Social Media wie eine Sache, die man locker-flockig nebenbei wuppen kann, klingen, wird spätestens nach dem ersten Shitstorm mit Start Samstag Nacht um 3:27Uhr klar, dass Online bedeutet 24/7 Up-to-Date zu sein. Dieser Aufwand sollte wohl durchdacht angegangen werden, um sich nicht im Echtzeit-Dienstleistungs-Wahnsinn zu verlieren.
Die möglichen Onlinemarketing-Ziele lassen sich so übersichtlich darstellen:

Ziele Onlinemarketing - nld.wiki

(gefunden bei Otto.de... quatsch hier: http://www.sem-deutschland.de/so-entwickelt-man-eine-passende-online-marketing-strategie/)

Branding

Wer sich das Branding zum Ziel macht, will eine Marke am Markt positionieren. Menschen sollen mit dieser bestimmten Abstraktion bestimmte Produkte oder Dienstleistungen assoziieren. Dabei empfiehlt es sich immer mehrere Sinne als den rationalen Verstand anzusprechen. Eine Markenassoziation ist im besten Fall ein positives Gefühl, eine bestimmte Verbindung die zum Kauf animiert. Um den Fortschritt der Brandingmaßnahmen zu messen bieten sich die Besucherzahlen auf der eigenen Webseite und der Traffic, der seinen Ursprung in organischen Suchanfragen aus Brand-Keywords hat. Auch die Erwähnungen der Marke im Social Web sollten im Auge behalten werden, um einen Brandingeffekt in den Weiten des World Wide Webs zu messen.

Leads

Leads sind die innovationsfreudigen Versuchskanninchen, die trendbewusst-konsumierenden Hipster, kurz die potenziellen ersten Neukunden. Wer Leads generiert, sorgt für eine machtvolle Basis der Produktverbreitung: das ehrlich gemeinte Weitersagen. Möchten Sie also Ihr innovatives neues Produkt an den Start bringen, sollten Sie möglichst viele Interessenten an Ihrem Start-up in Ihr Boot holen und damit den Stein so richtig ins Rollen bringen. Als messbare Indikatoren für Ihren Marketingerfolg bieten sich hier vor allem die Anzahl Ihrer ausgefüllten Kontaktformulare, die wachsende Zahl Ihrer E-Mail-Kontakte und Ihr prall gefülltes Telefonbuch.

Sales

Gerade wenn die Finanzmittel kurzfristig effektiv eingesetzt werden sollen und damit die Performance des Onlinemarketings das A und O darstellt, stehen die Sales für dich im unmittelbaren Fokus. Verkäufe zu maximieren heißt hier die Devise. Und das lässt sich - wie sollte es auch anders sein - am besten durch die ansteigende Zahl der Online-Verkäufe messen. Diese entstehen im betriebseigenen Onlinemarkt als Shop-Bestellungen, aber auch durch Verkaufsanimationen per Telefon, per E-Mail und auf den Webseiten Ihrer externen Partner.

Engagement

Die beste Werbung ist die, die von einem vertrauenswürdigen Dritten oder am besten durch das Engagement einer ganzen Community kommt. "The collective Intelligence" ist sehr machtvoll und kann einmal ins Rollen gebracht dazu beitragen, dass das Marketing zum gefühlten Selbstläufer positive Effekte erzielt. Schon Amazon hat bewiesen wie anziehend unabhängige Kundenbewertungen die Kaufentscheidungen positiv beeinflussen. Um den Fortschritt des erzielten Engagements zu messen sollten Aktivitäten, wie Kommentare, Likes, Retweets usw. im Social Web beobachtet werden. Aber auch die Page Impressions, sowie die durchschnittliche Verweildauer und Absprungraten sind ausgezeichnete Indizien für diese Zielvorgabe.

Ein schönes Beispiel um zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, klar vor Augen zu haben, was man mit seinem Onlinemarketing-Vorhaben erreichen möchte, zeigt dieser Screenshot zur Schaltung einer Werbeanzeige auf Facebook:

Ziele FacebookAds - nld.wiki

Wenn nun die Ziele klar sind, stellt sich die Frage, mit welchen Mitteln diese Ziele erreicht werden können. Womit wird zu den Instrumenten der Operation „Onlinemarketing“ kommen.

 

2. Onlinemarketing Instrumente

Die Möglichkeiten, Techniken, Kanäle oder schließlich "Instrumente" im Onlinemarketing lassen sich vielfältig Klassifizieren, je nachdem unter welchem Aspekt man diese betrachtet. Unter der Überschrift "Onlinemarketing für Start-ups" sprach uns die Klassifizierung, wie wir sie in einem interessanten Beitrag der gruenderszene.de finden konnten. Hier werden die einzelnen Onlinemarketing Instrumente in Kategorien zusammengefasst, die differenziert eine Orientierung zur Einsetzbarkeit liefern. So werden die Social Media unter "Eigenen Medien" geführt, SEO und Conversion-Optimierungen unter "Optimierungen" zusammengefasst, Google AdWords u.a. als Werbeinstrumente und E-Mails und Newsletter als Direktmarketing eingestuft.

Eine gängigere Einordnung, die wir hier allerdings in den Vordergrund stellen wollen sind die Pull- und Push-Instrumente. In folgender Grafik aus dem aufgesang-Blog sind die einzelnen Instrumente und Ihre Sub-Instrumente wunderbar übersichtlich in Ihrer Push- bzw- Pull-Funktion dargestellt.

Instrumente Onlinemarketing Push Pull - nld.wiki

(http://www.sem-deutschland.de/so-entwickelt-man-eine-passende-online-marketing-strategie/)

Unter Push-Instrumenten sind dabei jene Techniken zu verstehen, mit denen dort geworben wird, wo die potenzielle Zielgruppe eher passiv diese Werbung konsumiert. Wird also eine Werbeanzeige im Displaynetzwerk von Google geschalten, dann erscheint Sie auf einer Webseite, auf der sich die potenzielle Zielgruppe bewegt, aber eher nicht aktiv nach eben der beworbenen Problemlösung sucht. Ebenso verhält es sich mit den Werbeanzeigen im Social Network. Die potenzielle Zielgruppe hält sich hier in erster Linie nicht auf, um zu konsumieren. Bei einem zur Anzeige passenden Profil wird dem einzelnen Nutzer aber ein Kaufanreiz gegeben, der im besten Fall von Erfolg gekrönt ist.

Die Pull-Instrumente greifen dort, wo ein potenzieller Kunde seinem eigenen Bedarf schon aktiv nachgeht. Am deutlichsten wird das bei den Optimierungen für die Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Hier suchen Kunden nach konkreten Problemlösungen und wenn die Suchmaschinenoptimierung effektiv vorgenommen wurde, wird der Suchende hier auf kürzestem Wege bei Ihnen fündig. Aber auch das Influencer Marketing und der Aufbau von Blogger Relationships gehören hier zu den Pull-Instrumenten. Potenzielle Kunden mit einem konkreten Bedarf bzw. Interesse folgen hier diversen Onlinegrößen und werden aktiv auf Sie aufmerksam gemacht. Neben der Unterteilung in Push- und Pullinstrumente ist auch die Bezeichnung der Outbound- und Inbound-Instrumente gängig. Folgendes Bild verdeutlicht die Funktionalität sinnbildlich:

 Instrumente Onlinemarketing inbound outbound - nld.wiki

(http://jzmarketing.eu/wp-content/uploads/2016/08/outbound_vs_inbound_marketing-resized-600.png)

Die einen Instrumente sind dabei „inbound“ auf die Webpräsenz eingehend gerichtet, wie die Suchmaschinenoptimierung, die einen aktiv Suchenden auf die Webseite lenkt. Die anderen Instrumente wiederum sind auf die Zielgruppe direkt gerichtet und werben aktiv, indem Sie den Bedarf an geeigneter Stelle deutlich machen und gleichzeitig eine Lösung offerieren.

Nun kenne ich also die unterschiedlichen Mittel und ich habe mein Ziel vor Augen. Das Programm, nach dem ich nun die richtigen Mittel auch effektiv auf mein Ziel auswähle und einsetze, heißt Strategie.

 

3. Strategien im Onlinemarketing

3.1. Strategien zu den Zieldefinitionen

Für die vorab genannten Ziele Branding, Leads, Engagement und Sales eigenen sich unterschiedliche Instrumente, um mit dem eigenen Onlinemarketing voran zu kommen.

Branding

Um die eigene Marke zu verbreiten und bekannt zu machen, empfiehlt es sich, die Suchmaschinenwerbung aktiv zu betreiben. Als größte Suchmaschine, die im deutschsprachigen Raum mit einer Nutzerschaft von über 90% glänzt, ist und bleibt Google mit den Google Adwords dabei die erste Empfehlung. Wie das ganze funktionieren soll? Auf der Suche nach gelben Schuhen ist Zalando mit Sicherheit ganz oben mit dabei. Wer den nächsten Urlaub plant, stolpert in der Google Suche ohne weiteres über holidaycheck.de oder ab-in-den-urlaub.de - ganz oben in Form von AdWords Anzeigen! Neben den SEA-Aktivitäten im Suchnetzwerk bietet das Displaynetzwerk von Google und den Social Media allerdings ebenso geniale Möglichkeiten, die Sie Ihrem Brandingziel hervorragend einen Schritt näher bringen. Schalten Sie Werbung bei Facebook zielgruppengenau und Ihre Marke sichert sich die ersten Fans. Schalten Sie ein Anzeige auf einer themenverwandten Seite, der potenzielle Kunden vertrauen schenken und auch auf Ihre Marke färbt diese Meinung ggf. ab. Per Remarketing behalten Ihre Kunden Sie und Ihr Angebot auf dem Zettel.
Und für alle, die immer noch einen Ohrwurm von der ab-in-den-urlaub.de-Melodie oder den Zalando-Glücksschrei im Hinterkopf haben - Emotionen sind alles und sichern Ihnen eine bleibende Assoziation bei Ihren potenziellen Kunden. Um das zu erreichen, ist das Video-Marketing Ihr absolutes Must-Have.
Insgesamt wird schnell deutlich, dass ein Branding Ziel eine kostspieligere Angelegenheit darstellt. Alle Instrumente benötigen mindestens ein Mediabudget, das je nach Keywords knackig in die Höhe gehen kann und danach überzeugenden Content, um das eigene Angebot positiv in den Erinnerungen zu verankern. Aber die Investition wird sich lohnen.

Leads

Wer das Ziel verfolgt aktiv Leads zu genieren, der kann durch exklusive Aktionen vor Launch trendbewusste und neugierige User für sein Produkt begeistern. So bietet sich ganz schlicht das E-Mail Marketing an. Bieten Sie also vor dem Launch die Möglichkeit auf einer spannend gestalteten aussagekräftigen Landingpage Interessenten an, sich für einen Erinnerungs-Newsletter bei Launch anzumelden und Sie sammeln schon bevor es richtig losgeht spannende Leads. Zusätzlich eignen sich gut aufbereitete Google Adwords Anzeigen im Such- und Displaynetzwerk, die neugierig auf Ihr Start-up machen und auf besagte Landingpages führen. In Sachen Reichweite lohnt sich das Affiliate Marketing. Generieren Sie damit nicht nur neue Leads in Form von Endverbrauchern, sondern bauen Sie mit einem entsprechenden Partnerprogramm auch gleiche Ihren Vertrieb durch entsprechende Multiplikatoren aus.

Sales

Wenn die Verbesserung der Sales das angestrebte A und O für Ihr Onlinemarketing sind dann empfehlen sich zunächst grundlegend alle Anstrengungen in Richtung Conversion-Rate-Optimierung. Danach allerdings sollte ein aktives E-Mail Marketing betrieben werden. Neben der Akquise von Neukunden, wie bei den Leads beschrieben, sollte das E-Mail Marketing hier ganz besonders auf die Reaktivierung der Bestandskunden abzielen. Regelmäßige Newsletter und Rabatt-Angebote per Newsletter-Anmeldung erhalten Ihnen Ihre Kunden und fördern die Verkaufszahlen. Natürlich darf hier auch das Suchmaschinen- und Displaymarketing nicht außer acht gelassen werden. Werbeanzeigen, die suchende, potenzielle Kunden gezielt ansprechen, bringen Sie Ihrem Ziel mit Sicherheit einen mächtigen Schritt näher. Für die nötige Reichweite empfiehlt sich auch hier der Einsatz einer Affiliate Marketing Strategien. Provisionieren Sie Ihre Verkäufe für Ihre Partner, während diese den Aufwand Ihre Angebote effektiv zu bewerben übernehmen.

Engagement

Sie sind sich der Nachhaltigkeit einer überzeugten Community bewusst und streben ein erhöhtes Engagement an? Dann ist das Social Media Marketing Ihre erste Wahl. Mit der eigenen Facebook-, Twitter- oder Instagram-Seite haben Sie DIE Grundlage, um Ihre (potenzielle) Kundschaft zu aktivieren und Ihre Reichweite und Bekanntheit gewinnbringend zu erhöhen. Aber auch externer Content bietet eine hervorragende Gelegenheit, um Reaktionen Ihrer Kunden zu erhöhen und zum aktiven Austausch einzuladen. Hier sind Pressemitteilungen und das Influencer-Marketing für Sie die richtigen Zauberwörter.

3.2. Nicht vergessen: Der Weg ist das Ziel 


Natürlich ist ein Ziel vor Augen zu haben unabdingbar für ein erfolgreiches Onlinemarketing. Bei der Wahl der richtigen Strategie sollte der Standpunkt, an dem Sie sich gerade befinden, und der Weg, den Sie direkt vor sich haben, allerdings nicht außer acht gelassen werden. Gerade bei einem Start-up sind die einzelnen Phasen entscheidend, welche Aktivitäten lohnen und welche überhaupt (beispielsweise finanziell) gerade möglich sind.

Auf smartinsights.com haben wir einen interessanten Fahrplan gefunden:


Phase 1 - Schaffe eine Basis

Wovon Start-upler ein Lied singen können, ist die Strategieentwicklung. Planung ist die halbe Miete. Wer in der Theorie schon Schwächen entdeckt und sich dieser mindestens bewusst ist, erspart sich in der Praxis den harten Fail. Auf Platz 1 der Strategie-Charts steht dabei der ungeschlagene Hit „Wer genau ist mein Kunde und warum genau sollte er von mir kaufen?“. Neben den strategischen Grundüberlegungen ist der Aufbau eines Alleinstellungsmerkmals Teil des Plans. Ein eingehender Name, Logo und URL gilt es zu entwickeln und mit einem passenden Look & Feel zu versehen. Und dann geht es auch schon an die Basis der Webpräsenz. Mindestens eine Webseite mit den wichtigsten Informationen und einem Kontakt zu Ihnen sollte auf jeden Fall mit an den Start gehen. Vielleicht erstellen Sie auch schon Ihre erste eigene Unternehmensseite auf einem Social Media Kanal.

Phase 2 - Locke durch starken Content

Steht die Basis, sollte die ganze Webpräsenz verdichtet werden. Und das geschieht am besten mit starkem Content, der potenzielle Kunden überzeugt. Führen Sie ein eigenes Blog, betreiben Sie Online PR, vernetzen Sie sich mit zum Kunden passenden Influencern (und bitte, Bibi ist nicht die einzige reichweitenstarke Influencerin im Netz!) und last but mit Sicherheit nicht least: Optimieren Sie für die Suchmaschinen. Wenn Kunden nach einer Lösung suchen, die Sie bieten, dann müssen diese Sie finden können! 
Wenn Sie außerdem kreativ sind oder das nötige Kleingeld in der Tasche haben, dann versuchen Sie sich mit viralem und Guerilla Marketing. Schaffen Sie Content, den keiner so richtig ignorieren kann, weil er einfach Spaß macht. Eine supergeile Reichweite ist damit garantiert!

Phase 3 - Werbe Aktiv

Nun lohnt es sich, richtig Gas zu geben, Geld in die Hand zu nehmen und das Such- und Displaynetzwerk von Google mit professionellen Werbeanzeigen zu Ihren Angeboten zu füllen. Auch nicht zu verachten sind die Effekte einer strategische Online PR. Produktplatzierungen und Pressemitteilungen an externer Stelle sorgen - sofern richtig gemacht - für mehr Authentizität und anständig Reichweite.

… und wenn die Steine erstmal ins Rollen gebracht sind, das stetige beobachten und optimieren nicht vergessen!

So ließe sich ein grundlegender Fahrplan beschreiben. Ebenso können die Onlinemarketing-Meilensteine an den Phasen „vor Launch“, „Launch“, „nach Launch“ orientiert werden. Sehr interessant für Start-ups in der heißen Phase und sehr interessant auf folgender Seite aufgeteilt: http://www.webiny.com/blog/2012/04/30/how-to-do-online-marketing-for-your-startup/.

3.3. Me-Too PLUS: Lerne von den Großen

Als Start-up und generell im Onlinemarketing muss das Rad nicht permanent neu erfunden werden. Ganz im Gegenteil, dies ist häufig sogar schädlich. Natürlich sollte man aus der Masse herausstechen, allerdings führt eine Neuerfindung des Internets bei Ihren Kunden nur zu Verwirrung. Die sogenannte User Experience sollte nicht ignoriert werden. Wenn der Nutzer eine Login-Möglichkeit oben rechts im Fenster erwartet, könnte eine Platzierung unten links dazu führen, dass der Kunde sich zu einem Konkurrenten weiterklickt.

Surfen Sie also durch das Web, schauen Sie nach Inhalten, die Sie selbst ansprechend finden und streben Sie eben diese Qualität an. Ideen zu sammeln ist keine Schande oder „stumpfe Nachmache“, sofern Sie zum Schluss Ihr eigenes Ding daraus machen.

Und ebenso wenig zu verachten: Lernen Sie von den Großen! Natürlich kann man von der Übermacht Amazons, Google oder Zalando schon eingeschüchtert werden. Aber betrachten Sie das Ganze von der anderen Seite: Was können Sie von diesen Größen lernen? Wie sind die Großen zu dem geworden, was sie heute sind? 
Bei Amazon, Google und Zalando ist es ziemlich deutlich: Online haben sich alle drei auf eine Kernkompetenz fokussiert und diese aktiv beworben und ausgebaut. Google mit der Suchmaschine, Zalando mit Damenschuhen und Amazon zunächst mit dem Verkauf von Büchern. Alle verkaufen mittlerweile noch ganz andere Produkte. Suchen Sie sich Ihre größte Stärke aus Ihrem Produkt- oder Dienstleistungssortiment aus und fokussieren Sie Ihre Anstrengung auf die Bewerbung dieses Angebots.

 

4. Klassische Stolperfallen im Onlinemarketing

Wie in jedem Großprojekt gibt es Stolperfallen, die man vermeiden kann und solche, in die man gefühlt die Arschbombe des Jahres machen wird. Gerade als Start-up wissen Sie, dass die eine oder andere schwere Phase bevorsteht. Das Onlinemarketing bietet dazu ebenso eine Menge Möglichkeiten. Vor den meisten dieser Stolperfallen, kann nur Erfahrung schützen. In dem Fall gilt Winston Churchills Ansatz: Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.“ Für alle anderen profitieren Sie einfach aus den Fehlern, die andere bereits gemacht haben. Die 3+1 Klassiker, die Sie auf dem Zettel haben sollten sind folgende:

  • Abmahnungswellen

    
Wer auf seiner Webseite das Impressum nicht vollständig hinterlegt, auf der falschen Ebene platziert oder gar vollständig weglässt, riskiert von einem möglicherweise gelangweilten Anwalt eine Abmahnung zu kassieren. Auch beim E-Mail Marketing wird unerwünschter Spam mit knackigen Summen abgemahnt. Ersparen Sie sich diesen Fehltritt und sammeln Sie vor Ihren Aktivitäten entsprechende Infos.
  • Ausschluss von Google


    Im Internet finden Sie eine Reihe guter bis sehr guter SEO-Tipps. Wer es aber übertreibt und beispielsweise Inhalte sinnlos häufig auf der eigenen Webpräsenz dupliziert, der riskiert einen schmerzhaften Rankingverlust. Wenn der Schuss so richtig nach hinten losgeht, werden Sie aus dem Google-Index ausgeschlossen.
  • Überforderung in den Social Media

    
Social Media haben einen ganz genialen Vorteil: Sie sind in der Regel kostenlos zu nutzen. Holprig wird es dann, wenn einem klar wird, dass allein die Community auf der hauseigenen Facebook-Seite anständig Aufmerksamkeit bedarf. Postings müssen regelmäßig raus und Kommentare und andere Reaktionen beantwortet werden. Wer hier nicht die nötige Zeit aufwenden kann, verzweifelt an einem Shitstorm oder hinterlässt eine verwaiste Firmenseite, die keinen besonders guten Eindruck macht.

Der größte Stolperstein - gerade zu das Schlagloch auf Ihrer Onlinemarketing-Tour ist ein mangelhaftes Know how Ihrerseits. Bevor Sie sich an das Onlinemarketing wagen, sollten Sie sich mit der Materie auseinandersetzen. Sie sollten die gängigen Begriffe, die für den Erfolg Ihres Onlinegeschäfts sorgen, wie SEO und SEA oder Social Media Advertising kennen. Auch sollten Sie eine Idee haben, wie die Google Adwords für Sie funktionieren können und was Ihnen die gängigen Daten der Google Analytics sagen. Im Web gibt es so viele Quellen, um sich ein entsprechendes Wissen anzueignen - so wie hier beispielsweise.

 

5. DIY vs. Agentur vs. Freelancer

Nun stellt sich die Frage, wer am besten Ihr Onlinemarketing übernimmt. Gerade als Start-up ist es wichtig Ressourcen klug zu verteilen. Im Großen und Ganzen haben Sie drei Möglichkeiten Ihr Onlinemarketing in die Tat umzusetzen: entweder machen Sie es selbst oder Sie wenden sich an einen Freelancer oder eine Agentur. Auch wenn ich nun aus dem Agentur-Lager komme, möchte ich Ihnen nun möglichst sachlich die Möglichkeiten, Unterschiede und Vor- und Nachteile aufzeigen:

DIY

Sie kennen Ihr Geschäft am besten. Selbermacher haben die volle Flexibilität und Authentizität. Das ist wahrhaftig Gold wert. Der absolute Nachteil ist allerdings der Zeitmangel und das i.d.R. mangelhafte Know how. Daher empfehlen wir das Onlinemarketing dann selbst in die Hand zu nehmen, wenn Sie über das nötige Budget verfügen, eine Inhouse-Abteilung aufzubauen. Diese muss nicht gleich aus mehreren Mitarbeitern bestehen. Aber mindestens eine kompetente Person mit Online-Erfahrung sollte ausschließlich für das Onlinemarketing eingesetzt werden. Arbeit wird dieser Mitarbeiter mit Sicherheit genug haben!

Freelancer

Ein Freelancer hat den Vorteil, dass Sie einen direkten Kontakt miteinander pflegen können. Gleichzeitig können Sie bei der Suche nach einem Freelancer eher Erfolg haben, einen auf Ihre Nische spezialisierten Freelancer zu finden, als es in einer Agentur der Fall wäre. Bei erfolgreicher Zusammenarbeit besteht zudem gegebenenfalls die Option auf eine Festanstellung in Ihrem Team. Und der absolute Pluspunkt im Vergleich zu einer Agentur sind die verhältnismäßig günstigeren Kosten. Zum Nachteil wird bei der Beauftragung durch einen Freelancer die eingeschränkte Verfügbarkeit, aufgrund anderer Projekte, die der Freelancer betreut. Während Sie in der Agentur zu jeder Zeit jemanden zu fassen kriegen, müssen Sie sich bei einem Freelancer ggf. etwas mehr in Geduld üben. Außerdem ist bei einem Freelancer möglicherweise Führung und Kontrolle nötig, da keine Qualitätssicherung durch einen entsprechenden Projektmanager sichergestellt wird. Alles in allem bietet sich ein Freelancer bei einfachen bis mittelkomplexen Onlinemarketing Projekten an, sofern die Anforderungen an das umzusetzende Ergebnis überschaubar und konkret vorgegeben sind.

Agentur

Mit einer Agentur haben Sie den Vorteil, dass Sie zu den üblichen Geschäftszeiten i.d.R. immer jemanden erreichen werden, der sich um Ihre Fragen kümmern kann. Das Know how in einer Agentur ist aufgrund mehrerer Fachabteilungen breit gefächert, sodass unterschiedliche Disziplinen - zum Beispiel Suchmaschinenmarketing und Social Media Marketing - an einer Anlaufstelle professionell bearbeitet werden können. Nichts ist ungünstiger, als das Content-Entwicklung und Webentwicklung sich ständig in die Haare kommen, weil der eine nicht weiß, was der andere tut. An dieser Stelle kommt das professionelle Projektmanagement ins Spiel, das in einer Agentur geboten wird. Komplexe Aufgaben werden effektiv verteilt und in der Bearbeitungsqualität kontrolliert. Zu guter letzt soll die langfristig sichere Ressourcenbereitstellung genannt werden. Während sich der Vorteil des Freelancers auf eine mögliche Festanstellung für Sie ebenso gut zum Nachteil entwickeln kann, wenn eben dieser Freelancer von einer anderen Firma angeworben wird, ist die Bearbeitung durch eine Agentur sichergestellt. Und auch die professionelle Software für diverse Onlinemarketing-Strategien kann in einer Agentur eher geboten werden, aufgrund der Verteilung der Nutzungskosten auf mehrere Projekte. Der Nachteil einer Agentur liegt wiederum im wesentlichen Teil in den enormen Kosten. Daher empfiehlt sich die Bearbeitung durch eine Agentur insbesondere bei großen Projekten, deren Ablauf nicht ganz klar definiert werden kann. Auch wenn mehrere Onlinemarketing-Instrumente gewählt werden, empfiehlt sich die Entwicklung an dieser einen Stelle. Ebenso eignet sich eine Agentur für die Bearbeitung Ihres Onlinemarketing-Projekts, wenn Sie eine ausführliche Bearbeitung und unmittelbare Erreichbarkeit wünschen.

Neben unseren eigenen Erfahrungen, war der Blogbeitrag von Thomas Maier auf gruenderstory.de sehr interessant und aufschlussreich für dieses Kapitel.

Unabhängig davon, wofür Sie sich entscheiden: Spätestens wenn Sie die Arbeit an eine dritte Stelle weitergeben, sollten Sie sich gut auf das erste Beratungsgespräch vorbereiten. Damit sichern Sie sich selber ab, einen kompetenten Partner von einem Quacksalber zu unterscheiden. Und bei der Besprechung Ihrer Zielvorstellungen verringern Sie die Missverständnisse, die später zu teueren Rückspracheschleifen und Frust führen könnten.

 

Ein Schlusswort

Im Onlinemarketing bieten sich enorme Möglichkeiten für Start-ups sich zu positionieren, bekannt zu machen und zu verkaufen. Wer sich seine Ziele bewusst macht, findet die für sich passende Strategie. Ein hinreichendes Know how ist allerdings unabdingbar um Stolperfallen möglichst zu vermeiden und die richtigen Partner für die Umsetzung und die Zusammenarbeit online zu finden.
In jedem Fall gilt: Finden Sie heraus, was Ihr Kunde will und kommunizieren Sie Ihre Begeisterung für Ihr eigenes Produkt. Dann haben Sie beste Chancen mit Ihrer Onlinemarketing-Strategie Ihr Start-up ganz nach vorne zu bringen.

 

 

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